Sanremo, bezaubernde Stadt

Hallo meine Lieben,

und hier wie angekündigt mein Bericht über Sanremo.

Sanremo oder San Remo ist ein italienischer Kur- und Badeort mit ca. 56´000 Einwohnern in Ligurien in Nordwestitalien, an der Riviera dei Fiori.

Blumenriviera passt, denn schon auf der Autobahn vor der Ausfahrt Sanremo fällt einem die herrliche Blütenpracht auf.  Ein Autobahnabschnitt mit üppigen Oleanderbäumen flankiert, fährt man auch nicht alle Tage.

Das Sanremo nur 20 km von der französichen Grenze entfernt liegt, merkt man nicht.

Sanremo hat das 100 Prozent Flair Italiens und das ist wunderbar.

Gottseidank oder zum Glück – jenachdem wie frankophil eingestellt man ist.

Was zeichnet diese Stadt aus?

Es sind unzählige Gründe, weshalb einen Sanremo verzaubert.

Das mediterrane Klima, eine schöne Altstadt, verschiedene Gotteshäuser,  Sand- und Kieselstrände, das Meer, die zahlreichen Veranstaltungen, das Spielcasino, das besondere  Flair……………….

Ich erzähle euch von meinen Erfahrungen und Eindrücken.

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde Sanremo von den Schönen und Reichen aus England entdeckt, die dem kalten Wetter daheim entflohen und an der Ligurischen Küste überwinterten. Etwas später kam der internationale Jetset und Sanremo galt lange Zeit als sehr elegantes, mondänes Reiseziel.

Einige Villen aus der Belle Epoque (frz. schöne Epoche, Bezeichnung für die Zeitspanne um die Wende vom 19. zum 20.Jahrhundert)  zeugen davon, dass früher einmal die High Society zu Gast war.

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Die Zeit der illustren Gäste ist vorbei.

Heute kann jedermann nach Sanremo.

Einmal im Jahr erscheint Sanremo im Glanz vergangener Tage. Dies geschieht immer im Februar wenn die wichtigste Gesangsveranstaltung Italiens stattfindet.

Il Festival della canzone italiana, Sanremo Music Festival.

Für italienische Künstler dient diese Veranstaltung als Sprungbrett für ihre internationale Karriere.

Die live Übertragung im italienischen TV ist auch heute ein Straßenfeger. Der Medienrummel in der Stadt übertrifft den in Europa bekannten ESC (Eurovision Song Contest).

Gewinner in diesem Jahr war ein Opern-Pop Trio „Il Volo“. Die drei jungen Italiener vertraten ihr Land im Mai am ESC in Wien und belegten  den 3.Platz.

La Pigna heißt der älteste Stadtteil  Sanremos, der auf einem Hügel erbaut wurde.

Pigna bedeutet Tannenzapfen und genau so ist dieser Teil Sanremos auch angeordnet.

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Die Häuser wurden im Mittelalter so gebaut bzw. angeordnet um sich gegen muslimische Piraten zu verteidigen.

Es ist ein Erlebnis durch die engen, steilen Gassen und überdachten Durchgänge zu bummeln.

Auf den ersten Blick etwas befremdlich und gerade dadurch ein Magnet für die Touristen ist die orthodoxe Kirche mit ihren Zwiebeltürmen, ein Geschenk der Zarin an Sanremo im Jahr 1913.

Wer nicht nur die Sonne, das gute Essen, die Strände, das Meer, die freundlichen Menschen geniessen möchte, kann sein Glück im Spielcasino herausfordern.

Das Casino ist wohl das bekannteste Bauwerk und wurde 1905 erbaut. En sehr elegantes und imposantes Gebäude.

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Leider scheint es in der Spielbank keinen Dresscode mehr zu geben. Ob das immer so ist? An einem Donnerstag Abend war das Publikum auf jeden Fall enttäuschend.  Männer in 3/4 Hosen und T-Shirt in Socken und Sandalen störten mein persönliches ästhetisches Empfinden.

Dies betrifft auch Frauen, die aussahen als würden sie direkt von der Gartenarbeit können. Keine Spur von einem gepflegten und chicken Auftreten.

Die Einheimischen dagegen legen wie überall in Italien Wert auf ihre Erscheinung.

„Fare una bella figura“

Das hat nicht nur mit der Art wie man sich kleidet und gutem Aussehen zu tun, sondern ist vielmehr eine Grundhaltung des italienischen Miteinander. Das Leben ist nicht immer einfach, Frauen und Männer altern von ganz alleine und deshalb muss man sich besonders herausputzen und der hässlichen Realität einen Strich durch die Rechnung machen.

Diesem Thema werde ich mich demnächst in einem weiteren Beitrag widmen.

Im Januar findet das alljährliche Blumenkorso statt. Riesige Umzugswagen mit bombastischem Blumenschmuck ziehen durch die Straßen. Dies ist auf jeden Fall was fürs Auge und die Sinne.

Wer es sporticher mag, findet vielleicht jeweils im April  Gefallen an der Rallye mit den historischen Oldtimern. Viele Fans schöner Autos zieht es jedes Jahr an die Riviera.

Genauso dürfte für Fans des Giro d`Italia, dem zweitgrößten Radsport Etappenrennen der Welt, die Strecke Milano Sanremo ein Begriff sein.

Die Pista Ciclabile ist ein kilometerlanger, kombinierter Rad- und Fußgängerweg von Sanremo bis San Lorenzo al Mare.  Einwandfrei ausgebaut, flach und  nachts beleuchtet.  Für Familien und ungeübte Radfahrer bestens geeignet. Die Strecke führt durch verschiedene Ortschaften direkt am Meer entlang.  Eine angenehme Art die Gegend ungestört vom normalen Straßenverkehr zu erkunden.

Es gibt genügend Stellen, sogenannte „Nolo Bici“ (Radverleih)  um Fahrräder und Tandems zu günstigen Preisen  zu mieten.

Wer sich noch kein Bild von Sanremo vorstellen kann, möchte ich auf  den Film nach einem Roman der bekannten Krimiautorin Patricia Highsmith verweisen. „Der talentierte Mr Ripley“, der während einer Reise nach Sanremo den perfekten Mord plant.

Auf ein Wort zum Abschluß:

Sanremo ist eine extrem saubere Stadt.  Viele Italiener sind auf den Hund gekommen und führen ihre Hunde mit Stolz an der Leine spazieren.

Ich war mit meiner Rauhaardackel-Dame Luna unterwegs und sie hat jeden Winkel der Stadt beschnüffelt. Es gab keinen einzigen Hundehaufen zu sehen. Absolut vorbildlich !

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Es gibt viele Gründe Sanremo zu besuchen.  Vielleicht eine Anregung für die Sommerferien?!

Ich hab mich auf jeden Fall in diese charmante Stadt verliebt und werde irgendwann zurückkehren…………….

Ganz ♥ige Grüße von Emanuela

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